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Weitere Highlights und Anekdoten zu "el Chaba":

Jimenez mit Baskenmütze. Kurioserweise trat er aber bei den ihm eigentlich auf den Leib geschneiderten Rennen, wie Bicicleta Vasca und Baskenlandrundfahrt, nie richtig in Erscheinung. Lediglich bei der Subida Urkiola gewann er zwei mal und wurde ein weiteres Mal Dritter.

Jimenez war Kolumnist bei der Sportzeitung AS. Hier sein Erfahrungsbericht in "M-AS Deportivo" von Trainingsfahrten am Angliru. "Der härteste Anstieg , den ich je gesehen habe", kündigt er schon vor der Etappe an.

Bei seiner einzigen Giro-Teilnahme kann "el Chaba" die Erwartungen nicht erfüllen. Die italienische Presse erwartet den Kampf der Giganten in den Bergen. Pantani, der amtierende Tour- und Giro-Sieger sowie Alpe d'Huez Triumphator von 1997 gegen Jimenez, den Vuelta-Bergkönig von 97 und 98, sowie damals fünf- maligen Vuelta-Etappensieger und Tour-Achten von 97. Leider ist Jimenez nicht in der nötigen Form. Schon bei der Tour de Romandie wurde er nur 45. Bei der ersten schweren Bergetappe zum Gran Sasso d'Italia ist Jimenez noch der härteste Gegner Pantanis. Doch mithalten kann er schon dort nicht und wird 2. Er war aber der erste, der attackiert hatte. Wenn er auf diese Attacke verzichtet hätte und sich nur auf Pantani konzentriert hätte, wäre vielleicht mehr drin gewesen. Immerhin lässt er Fahrer wie Gotti, Zülle, Simoni, Savoldelli, Heras und Jalabert hinter sich. Im Bild ist zu erkennen, wie der damals amtierende Weltmeister (und als Mitfavorit gehandelte) Camenzind dem Rhythmus von Jimenez nicht mehr folgen kann. Wie auch am Angliru, auf dem Weg nach Hautacam und einer Etappe über den Navacerrada, die er gewann, zeigt Jose Maria, wie gut er sich bei schlechtem Wetter verkaufen kann. Am Gran Sasso lag sogar Schnee an jenem Tag! Im weiteren Verlauf des Rennens bricht "el Chaba" ein. Im ersten Einzelzeitfahren wird er vom direkt hinter ihm gestarteten Pantani überholt, und das, obwohl auch der ein Bergspezialist ist! Am Ende reicht es für einen 33. Gesamtrang. Noch einmal tritt Jimenez am gefürchteten Mortirolo in Erscheinung. Auf der vorletzten Etappe des Rennens versucht er mit der Gruppe Gotti, Heras, Simoni mitzuhalten. Aber er übernimmt sich dabei und landet unter "ferner Liefen". Den Sieg auf der Königsetappenach Aprica trägt ausgerechnet Heras davon. Gotti gewinnt die Gesamtwertung, nachdem Pantani tags zuvor wegen zu hohem Hämmatokritwert disqualifiziert wurde. Jimenez und Pantani, beide Ausnahme-Bergfahrer sind inzwischen tot. Beide wurden keine 40 Jahre alt...

Das darf auf einer Seite für einen Bergfahrer nicht fehlen. Auch wenn er nur schlecht zu erkennen ist, fährt hier Jimenez hinter Ullrich, Pantani und Virenque hinauf nach Alpe d'Huez. Kurz darauf attackiert Pantani 13 Kilometer vor dem Ziel und gewinnt. Jimenez muss bei seinem Kapitän Olano bleiben, der nach der Attacke zurückfällt. Nachdem "el Chaba" für seinen Chef Tempo gemacht hat, kann dieser den Schaden begrenzen und verliert weniger als drei Minuten auf Ullrich. Jimenez schafft mit einer weiteren Minuten Rückstand den 19. Platz. Am Ende beträgt sein Rückstand auf Olano eine Viertelstunde. Auch wenn Jimenez viel arbeiten musste und auf der einen oder anderen Etappe um den Sieg hätte fahren können (und am Ende besser als auf Rang 8 klassiert gewesen sein könnte), war es doch die richtige Entscheidung, den unerfahrenen und Zeitfahr-schwachen Jimenez streng als Helfer für Olano einzusetzen.

Zusammen mit Escartin bei der Tour de France 97. Fernando erreichte das Ziel drei Plätze und 11 Minuten vor Jimenez, war allerdings Kapitän seines Teams. Zu einer Rivalität der beiden Ausnahme-Kletterer kam es bei der Vuelta 98. Erneut war Jimenez Helfer für Olano (Vuelta-Zweiter 95, Giro-Dritter 96 und Tour-Vierter 97). Escartin, Dritter des Vorjahres in der Vuelta galt als der große Herausforderer. An seiner Seite fuhr Heras als Edel-Domestike. Immer wenn Escartin am Berg dem wesentlich stärkeren Zeitfahrer Olano versuchte Zeit abzunehmen, ging Jimenez mit. Stets war auch Heras mit von der Partie. Da Jimenez Rücksicht auf seinen zurückgefallenen Kapitän nehmen musste, durfte Jimenez keine Führungsarbeit machen. Er war der beste am Berg in jenem Jahr, Escartin und Heras waren unwesentlich schwächer. Wäre Jimenez in einem anderen Team gewesen, hätten diese drei den Sieg unter sich ausgemacht. Drei mal gab es die Konstellation, dass Heras und Escartin das Tempo machten und Jimenez locker mithielt. Drei mal sprang Jimenez erst kurz vor dem Ziel davon und gewann die Etappe (dazu sein Sieg in Cati). Natürlich waren die zwei Kelme-Profis erbost darüber, dass Jimenez keine Tempoarbeit machte aber die Etappen gewann. Aber so ist die Regel: wenn der Kapitän zurückfällt, darf ein Mannschaftskamerad vorn kein Tempo für die Konkurrenz machen. Hätte Jimenez jedes mal mitgearbeitet, wäre Escartin an Olano vorbeigezogen. Am Ende betrug dessen Abstand nur etwas mehr als eine Minute. Auch Jimenez hätte ein Wort um den Gesamtsieg mitreden können, immerhin war sich die Radsportwelt einig, dass er auch dann Escartin und Heras am Berg distanziert hätte, wenn er zuvor mit geführt hätte. Spätestens am dieser Vuelta waren Heras und Jimenez einander nicht mehr grün. Escartin hielt sich hingegen mit Kritik zurück. Auch Heras hatte eigentlich keinen Grund, sich zu echauffieren: er landete auf einer schweren Berg- Etappe seinen ersten Etappensieg bei der Vuelta. Und das auch noch bei der legen- dären Zielankunft in Avila. An der historischen Stadtmauer vorbei auf einem kleinen Anstieg über Kopfsteinpflaster konnte Roberto erstamls bei einer großen Rundfahrt triumphieren.

Bei der Tour 96 an der Seite von Armand de las Cuevas. Zusammen mit Miguel Angel Pena bildeten diues zwei ein infernalisches Trio bei der Dauphine Libere 1998. De las Cuevas trat zum letzten Mal in seiner Karriere groß in Erscheinung und gewann die Gesamt- wertung. Jimenez gewann am Mont Ventoux die Königsetappe vor seinem Kapitän. Bei einer schweren Bergankunft schafften die drei Banesto-Profis den großen Coup: Erster wurde Pena vor Jimenez und de las Cuevas. Interessant: am selben Tag meldeten die Nachrichten-Dienste die endgültige Rückkehr von Lance Armstrong in den Profiradsport mit dessen Gesamtsieg bei der Luxemburgrundfahrt. Nicht nur bei der Tour der Texaner Seriensieger. Auch die Dauphine gewann er zweimal und fuhr drei weitere Male unter die ersten 10.

Der einzige Zeitfahrsieg in seiner Karriere. In Andorra Arcalis gewinnt "el Chaba" ein Bergzeitfahren. Nicht nur den favorisierten Roberto Heras distanziert er deutlich. Mit dem Sieg avanciert er plötzlich sogar zum Mitfavoriten. Drei Etappen hatte er damit gewonnen. Niemand rechnete ernsthaft damit, dass ihn bei den verbleibenden Bergankünften am Alto de Aitana und Alto de Abantos jemand würde halten können. Aber es kam, wie es kommen musste: Jimenez brach am Aitana ein und verlor 15 Minuten auf die anderen Favoriten. Auch am Abantos konnte Jimenez die Konkurrenz nicht mehr distanzieren und musste Simoni den Sieg lassen, er selbst wurde Zweiter. Im abschließenden Zeitfahren rutschte der Kletterer gar noch auf Rang 17 ab. Was blieb waren die Etappensiege sowie Sieg der Berg- und Punktwertung.

Leider nur ein halbes Bild aber ein ganz tolles: bei der Vuelta 96 zeigt Jimenez erstmals seine Rundfahrqualitäten und wird 12. Hier am Berg kann er sogar Rominger (im Bergtrikot, das Jimenez in den Jahren nach Rominger als "Lieblingskleidung" tragen sollte) und Zülle folgen. Es war der Anfang einer steilen Karriere (im wahrsten Sinne), die viel zu früh zuende ging.

Ich werde Jose Maria Jimenez nie vergessen. Hoffentlich hat er dort, wo er jetzt ist, seinen Frieden gefunden.

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